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7.2 Absätze, Leerzeilen und Seitenumbrüche ← Textverarbeitungen

7.2 Absätze, Leerzeilen und Seitenumbrüche

In Textverarbeitungen kann man vertikale Abstände zwischen den Absätzen erzeugen, indem man wiederholt die Eingabetaste drückt.  Das fügt leere Absätze ein, die jeweils eine Zeile hoch sind.

Einzelne leere Absätze werden oft genutzt, um einen Szenenwechsel darzustellen, wie unter 1.2 Szenenwechsel beschrieben.

Absatzabstände für Überschriften

Will man die Abstände zwischen zwei Absätzen vergrößern, z. B. vor und nach den Absätzen der Überschriften, dann muss man dafür keine leeren Absätze einfügen.  Stattdessen kann man dem Absatz der Überschrift spezielle Abstände zuweisen.

Das geht, indem man das Format des Absatzes ändert.  Dafür geht man in den Absatz und wählt dann im Menü aus Format → Absatz… und im Dialog den Reiter Einzüge und Abstände.  Dort kann man unter Abstand die Werte für über und unter dem Absatz einstellen.

Mehrere leere Absätze (Leerzeilen)

Es ist eigentlich nie eine gute Idee, mehr als einen leeren Absatz in Folge zu haben, denn in den meisten Fällen soll damit ein bestimmter Abstand erzielt werden.  Dieser so erzeugte Abstand ist aber nicht konstant und ändert sich, sobald jemand (man selbst oder ein späterer Bearbeiter der Datei wie ein Korrektor oder Setzer) etwas an der Datei umformatiert, z. B. die Schriftart oder -größe oder den Text ändert.

Es ist immer besser, dafür die Abstände vor und nach den Absätzen direkt über das Format der Absätze einzustellen.

Seitenumbrüche

Ursprüngliche Schriftart mit leeren Absätzen

Hat man z. B. so viele leere Absätze eingefügt, dass man auf der nächsten Seite angekommen ist, dann mag das zunächst richtig aussehen.

Größere Schriftart mit leeren Absätzen

Allerdings wird eine Vergrößerung der Schriftart dazu führen, dass der Text der zweiten Seite nicht mehr am Anfang der Seite steht, sondern tiefer.  Das eigentliche Ziel (den Text oben auf der nächsten Seite fortzuführen) ist damit nicht erreicht.

Ursprüngliche Schriftart mit Seitenumbruch

Statt mehrere leerer Absätze fügt man in einem solchen Fall besser einen expliziten Seitenumbruch ein, zu erkennen an der unscheinbaren gestrichelten Linie über der zweiten Seite.  Einen Seitenumbruch fügt man mit STRG-Eingabetaste ein (oder mit Einfügen → Seitenumbruch).

Größere Schriftart mit Seitenumbruch

Ändert man jetzt die Schriftart, wird dadurch der Text auf der zweiten Seite nicht hinuntergeschoben.


Nächster Abschnitt:  7.3 Abstrakte Absatzformatierung

5.3 Normseitenformat, spezieller ← Die Normseite

5.3 Normseitenformat, spezieller

5.3.1 Szenenwechsel

Wie unter 1.2 Szenenwechsel beschrieben, ist es manchmal erforderlich, einen Szenenwechsel für den Leser optisch erkennbar zu machen, indem man einen großen Absatz einfügt.  Sollten Szenenwechsel auf den Normseiten nur mit einer Leerzeile markiert werden, sind sie sehr unscheinbar und können übersehen werden, wenn sie direkt auf einen Seitenwechsel fallen.  Eine Seite beginnt oder endet dann mit einer Leerzeile.

Sofern Szenenwechsel mit einem Zeichen (z. B. einem einzelnen zentrierten Sternchen) markiert sind, ist dies weitgehend ausgeschlossen.  Unabhängig davon, wie dies später im Druck vom Setzer umgesetzt wird – d. h. mit oder ohne Zeichen im großen Absatz und unabhängig davon, welches Zeichen gewählt wird –, sollte auf Normseiten immer ein Zeichen einen Szenenwechsel markieren.

Dieses Zeichen sollte einmal gewählt und dann konsistent verwendet werden.

5.3.2 Kopf- und Fußzeilen

Die Kopf- und Fußzeilen jeder Normseite sollten sich gleichen und immer folgende Informationen enthalten:

  • Von der Autorin / dem Autor:
    • Name
    • E-Mail-Adresse
    • URL der Webseite (sofern vorhanden)
    • Telefonnummer
  • Name des Werkes
  • Seitenzahl

Das konkrete Layout ist nicht festgelegt (also welche Informationen in der Kopf- und welche in der Fußzeile stehen), ebenso ob sie rechts, links oder zentral stehen sollte.

Da Werktitel aus Verlagssicht ein Marketingmittel sind, werden die endgültigen Versionen erst spät gewählt und stehen demnach lange Zeit nicht fest.  Was auch immer man auf den Normseiten diesbezüglich notiert, ist also als vorläufig anzusehen.  Aus diesem Grund gibt es den Rat, den vorläufigen Titel nur in der Fußzeile zu notieren, um ihn so möglichst unaufdringlich zu halten.

5.3.3 Schusterjungen & Hurenkinder (Orphans & Widows)

Im Buchdruck ist es üblich, durch einen Seitenumbruch entstehende einzelne Zeilen eines Absatzes zu vermeiden.  Solche einzelnen Zeilen werden Schusterjunge (letzte Zeile eines Absatzes vereinzelt am oberen Seitenrand) oder Hurenkind (erste Zeile eines Absatzes vereinzelt am unteren Seitenrand) genannt.

Diese sonst übliche Vermeidung von Schusterjungen und Hurenkindern ist auf Normseiten nicht erwünscht, da sich sonst Leerzeilen ergeben würden.  In Textverarbeitungen muss man also diese Standardeinstellungen entsprechend ändern.

5.3.4 Fußnoten

Es gibt keine Norm für Fußnoten.  Der einfachste Weg ist, sie genauso zu verwenden, wie man sie in anderen Dokumenten verwenden würde, dann erscheinen sie am unteren Seitenrand.

Man kann sie allerdings auch als Endnoten formatieren, dann erscheinen sie gesammelt am Ende des jeweiligen Kapitels, Teils oder Bandes.

Und es ist auch möglich, sie in der Normseite im fortlaufenden Text einzubauen (analog zu LATEX).

Im Zweifel fragt man am besten den Empfänger des Dokuments, welche Formatierung bevorzugt wird.  Ist das nicht zu ermitteln, ist die erstgenannte Variante (als normale Fußnoten) am sichersten.

Fußnoten in Erzählungen sind generell nicht sehr weit verbreitet, insofern sollte man darauf verzichten, seinen Text damit zu überfrachten.

5.3.5 Graphiken

Normseiten sind nur für Text gedacht.  Graphiken, die zum Werk gehören (Landkarten, Diagramme, Tabellen usw.) müssen ihren Weg zum Empfänger auf andere Weise finden, z. B. in einer anderen Datei.

Im Zweifel fragt man am besten den Empfänger, was dort gewünscht wird.


Nächster Abschnitt:  6 Bewerbung

1.2 Szenenwechsel ← Strukturierung von Erzählungen

1.2 Szenenwechsel

Viele Szenenwechsel gehen beim Lesen und Schreiben völlig unter, und das ist auch kein Problem.  Der Inhalt des Textes kann den Szenenwechsel vollständig repräsentieren.  Es ist in vielen dieser Fälle nicht notwendig, etwas am Text speziell zu formatieren.

Aber Boromir sprach nicht mehr.

»Oh weh!«, sagte Aragorn. »So stirbt der Erbe von Denethor, des Herrn des Turms der Wache! […] Was soll ich nun tun? Boromir hat mir auferlegt, nach Minas Tirith zu gehen, und mein Herz wünscht es; aber wo sind der Ring und sein Träger? Wie soll ich sie finden und die Fahrt vor dem Scheitern bewahren?«

Eine Weile kniete er noch, gebeugt vom Schmerz, und umklammerte Boromirs Hand. So fanden ihn Legolas und Gimli. Sie kamen von den westlichen Hängen des Bergs, lautlos, und krochen zwischen den Bäumen hindurch, als ob sie auf der Jagd seien. […]

In diesem Text aus Boromirs Tod findet ein fließender Szenenübergang statt mit dem Satz So fanden ihn Legolas und Gimli.  Neue Figuren treten auf, die Stimmung ändert sich.  Wir sehen also, dass Szenen ineinander übergehen können, ohne eine optische Spur im Text zu hinterlassen.

Es kommt aber auch vor, dass der Text uns nicht sofort mit seinem Inhalt vermittelt, dass eine neue Szene beginnt.

»Dann werde ich eben ganz ohne euch alle davonlaufen! Ich werde mir ein neues Zuhause suchen und neue Eltern! Ich werde mir auch neue Geschwister suchen, die mich nicht immer im Stich lassen, wenn es darauf ankommt!«

Niemand wollte etwas sagen. Schweigend und betreten gingen alle ins Bett.


»Weißt du, ob Mick schon weg ist?«, fragte am nächsten Morgen Mark seine Schwester. Er warf einen unsicheren Blick in das leere Bett seines kleinen Bruders.

In diesem Beispiel gibt es einen Szenenwechsel unmittelbar vor der Frage, ob Mick schon weg ist.  Wir erfahren im anschließenden Inquit aus dem Text, dass diese erst am Morgen danach gestellt wird.  Diese Frage erfolgt also etliche Stunden später, damit ist es eine neue Szene.  Um den Leser darauf hinzuweisen, wird hier der Szenenwechsel durch einen großen Absatz markiert.

Ein großer Absatz kann optisch – wie hier – durch eine Leerzeile markiert werden.  In dieser Leerzeile kann aber auch ein spezielles Zeichen stehen.  Ein historisch gesehen häufig dafür verwendetes Zeichen ist der Asterism, auch Dinkus oder Abteilungssternchen genannt:

Heute ist er allerdings nicht mehr sehr gebräuchlich.  Aber auch drei Sternchen nebeneinander

*  *  *

oder auch nur einer

*

oder eine kurze horizontale Linie (Abteilungslinie)

————

oder eines von mehreren möglichen graphischen Symbolen wie das Fleuron

oder das rotierte Fleuron

oder ein ornamentierter, größerer Stern

ist möglich.

Was am Ende verwendet wird, ist eine Entscheidung des Setzers, die von Verlag zu Verlag und auch nach Genre des Textes unterschiedlich gehandhabt wird.  Für das Schreiben einer Erzählung ist nur relevant, dass es Szenenwechsel gibt, die optisch durch einen großen Absatz markiert werden.

Im Manuskript (siehe 5 Die Normseite) würde ich immer empfehlen irgendein spezielles Zeichen mittig in die Leerzeile zu setzen, damit der große Absatz nicht übersehen werden kann, falls er am Seitenende oder -anfang landet (siehe 5.3.1 Szenenwechsel).  Ich selbst benutze das Sternchen (*).  Im englischen Sprachraum wird in einigen Ratgebern empfohlen, das Doppelkreuz (#) zu benutzen.


Nächster Abschnitt: 1.3 Absätze

1.3 Absätze ← Strukturierung von Erzählungen

1.3 Absätze

1.3.1 Was ist ein Absatz?

Ein Absatz ist ein Textblock, der sich optisch vom nächsten abhebt.  Um einen Absatz zu beenden und einen neuen zu beginnen, drückt man die Eingabetaste.  Ein neuer Absatz bedeutet, dass eine neue Zeile begonnen wird.  Der Absatz ist der Textblock zwischen zwei solchen Stellen.  Teilweise wird auch die Stelle zwischen den Textblöcken so genannt; die korrekte Bezeichnung wäre allerdings Absatzwechsel.

In den meisten deutschsprachigen Erzählungen wird kein Abstand zwischen den Absätzen gemacht.  Damit man dennoch erkennt, wo ein neuer Absatz beginnt, wird bei jedem folgenden Absatz die erste Zeile ein kleines Stück eingerückt.  Oft sind Absätze nur eine Zeile lang.  Dann folgen mehrere Zeilen mit einer solchen Einrückung untereinander.

Dies ist Absatz eins. Er hat nur eine Zeile.

Dies ist Absatz zwei. Aber Boromir sprach nicht mehr.

Dies ist Absatz drei. »Oh weh!«, sagte Aragorn. »So stirbt der Erbe von Denethor, des Herrn des Turms der Wache! […] Was soll ich nun tun? Boromir hat mir auferlegt, nach Minas Tirith zu gehen, und mein Herz wünscht es; aber wo sind der Ring und sein Träger? Wie soll ich sie finden und die Fahrt vor dem Scheitern bewahren?« Hier ist das Ende von Absatz drei.

Dies ist Absatz vier. Eine Weile kniete er noch, gebeugt vom Schmerz, und umklammerte Boromirs Hand. So fanden ihn Legolas und Gimli. Sie kamen von den westlichen Hängen des Bergs, lautlos, und krochen zwischen den Bäumen hindurch, als ob sie auf der Jagd seien. […] Hier ist das Ende von Absatz vier.

Mit Shift-Eingabetaste wird in Textverarbeitungsprogrammen ein Zeilenumbruch eingefügt, der den Absatz nicht beendet.  So etwas braucht man in Erzählungen in aller Regel nicht.

Zweimaliges Betätigen der Eingabetaste fügt einen leeren Absatz ein.  Sofern kein zusätzlicher Abstand zwischen den Absätzen eingestellt ist, erhält man dadurch eine einzelne Leerzeile.  Diese kann als großer Absatz (siehe 1.2 Szenenwechsel) genutzt werden.

Man sollte die Eingabetaste nie mehr als zweimal hintereinander drücken.  Wenn man das tut, werden mehrere leere Absätze hintereinander eingefügt.  Das führt früher oder später zu Problemen, wenn man selbst oder jemand anders den Text umformatieren möchte.

Sollte man größere Abstände zwischen den Absätzen benötigen (aus welchen Gründen auch immer), kann man dies durch Formatierungen der bestehenden Absätze erreichen (siehe 7.2 Absätze, Leerzeilen und Seitenumbrüche).  Mehr als ein leerer Absatz in Folge erfüllt keinen Zweck.

Auch Überschriften sind jeweils ein Absatz.  Vor oder nach Überschriften werden keine leeren Absätze gemacht.  Wenn man Abstände zwischen den Überschriften und dem restlichen Text haben will, formatiert man die Abstände der Absätze der Überschriften entsprechend (siehe 7.2 Absätze, Leerzeilen und Seitenumbrüche).


Nächster Abschnitt:  1.3.2 Absätze in Erzählungen